In diesem Buch soll durch Zeitzeugen der Demokratie ein Geschichtspanorama entstehen. Daran beteiligen sich nicht nur politisch aktiv Handelnde, sondern auch kritische Beobachter aus Wissenschaft und Publizistik.
Hildegard Hamm-Brücher, die beides zugleich ist, beschäftigt sich neben der Herausgabe dieses Buches als Autorin in ihrem Einleitungsbeitrag mit der Frage, ob wir aus der Vergangenheit gelernt haben, und legt zugleich eine politische Lebensbilanz als Zeitzeugin ab. Der Historiker Norbert Frei greift den Faden auf und stellt die Frage, ob politische Vergangenheit vergehen kann; er berichtet vom Umgang mit den Erblasten der NS-Zeit. Der Adenauer-Biograph Hans-Peter Schwarz zeichnet ein „Gruppenbild mit Dame“ und lässt die Kanzler der Republik Revue passieren. Egon Bahr, der Architekt der Ostpolitik, zeichnet unseren Weg von der Fremdbestimmung Deutschlands zur Souveränität der Bundesrepublik auf. Joachim Gauck, der erste Bundesbeauftragte für Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR und evangelischer Pfarrer zur Wendezeit, erzählt, wie sich 1989 eine unblutige, friedliche Revolution vollzog. Hans-Dietrich Genscher, der langjährige Innen- und Außenminister, beschreibt Deutschlands Rolle in einem Zusammenwachsen Europas. Kurt Biedenkopf, langjähriger Ministerpräsident in Sachsen, klärt die Frage, ob durch Finanzkrisen und ökonomische Krisenentwicklungen das Soziale in der Marktwirtschaft als Errungenschaft unserer Demokratie erhalten bleiben kann oder doch bedroht ist. Jutta Limbach, ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, befasst sich mit dem Thema Verfassung und demokratischer Identität. Die Publizistin und Historikerin Franziska Augstein setzt sich mit dem Verhältnis von Kapitalismus und Demokratie und dem Entstehen der Marktwirtschaft auseinander. Karl-Heinz Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, berichtet vom Austausch der Kulturen. Bundespräsident Horst Köhler erörtert Chancen und Gefahren der Globalisierung. Ein Generationswechsel steht auch in der Politik an, deshalb soll dieses Buch auch ein Stück Kontinuität darstellen in der demokratischen Fortentwicklung von Staat und Gesellschaft und auch eine Weitergabe, der bisher gültigen Werte dieser Demokratie an nachfolgende Generationen.
So entsteht in diesem Buch ein sowohl zurück-, als auch ausblickendes Geschichtsbild, das mit kritischer Sympathie gezeichnet wird. Sechs Jahrzehnte Demokratie in Deutschland heißt auch 60 Jahre Frieden in Deutschland. Dies ist nicht die einzige Leistung, die wir unserer Demokratie verdanken. Lassen wir die Zeitzeugen vom Weg dorthin berichten und stellen wir einen unbeteiligten Betrachter von außen mit einem Zitat und Urteil an den Anfang, den Filmemacher Woody Allan: „Mittlerweile hat sich Deutschland zu einem der demokratischsten, freiesten und aufgeklärtesten Länder in der westlichen Welt entwickelt.“ Hat er recht?
Hildegard Hamm-Brücher/Norbert Schreiber Demokratie das sind wir alle München 2009 Zabert und Sandmann
Verleger Sandmann begrüßt die Gäste
Hans-Dietrich Genscher sprach zur Außenpolitik. Richard von Weizsäcker hielt die Laudatio auf das Demokratiebuch
Mitherausgeber Norbert Schreiber leitete die Diskussion über sechs Jahrzehnte Demokratie in Deutschland
Die Verlegerfamilie Sandmann
Joachim Gauck schreibt über die friedliche Revolution 1989. Die ehemalige Präsidentin des Bundesverfasungsgerichtes Jutta Limbach thematisiert die Entwicklung des Grundgesetzes